
Als Jubiläumsgrat oder auch Jubiläumsweg (salopp in Bergsteigerkreisen: "Jubi-Grat") wird die Führe über den Verbindungsgrat zwischen der Zugspitze (2962 m) und dem Hochblassen (2706 m) bezeichnet (deswegen auch "Blassenkamm" genannt), vor dessen Nordwestabbruch man an der "Falschen Grießkarscharte" normalerweise zur
Alpspitze [3] (2628 m) hinüberquert oder über das Matheisenkar absteigt. Im Gratverlauf werden die drei Höllentalspitzen (2740 m), die Vollkarspitze (2630 m) und etliche Grataufschwünge überschritten oder umgangen. Die Route ist eine ernst zu nehmende hochalpine Tour und nicht, wie oftmals dargestellt, ein Klettersteig.
In den Online-Ausgabe der Sueddeutsche.de erschien am 05.07.2007 ein ausführlicher Bildbericht zu einer Jubi-Grat-Begehung:
Jubiläumsgrat - Eine Überdosis Berg - [4]
Der Jubiläumsgrat kann grundsätzlich in beide Richtungen begangen werden. Häufig starten die Alpinisten von der Zugspitze, nachdem sie im Münchner Haus genächtigt haben oder mit der ersten Seilbahn auf den Gipfel gefahren sind. Beim Verlassen des Zugspitzplateaus verweist eine Tafel auf die letzte Talfahrt der Alpspitzbahn. Den Einstieg erreicht man bereits kurz nach Überschreiten des Zugspitz-Ostgipfels. Der Übergang von West nach Ost hat darüber hinaus den Vorteil, dass etwas mehr ab- als aufgestiegen werden muss. Trotzdem ergeben sich auf Grund des Gratverlaufes noch ca. 800 Höhenmeter Gegenanstieg. Das erste Gratdrittel bis zur Inneren Höllentalspitze bildet den anspruchsvollsten Teil der Tour. Man geht hier früh morgens noch mit der höchsten Aufmerksamkeit. Nach Überschreitung der drei Höllentalspitzen nimmt die Zahl der Versicherungen zu. An der Vollkarspitze sind mit zwei Bergstürzen auch Teile der früheren Führe weggebrochen. Von der Vollkarspitze zieht der Jubiläumsweg gegen die Grießkarscharte, statt dem weiteren Gratverlauf zum Hochblassen zu folgen. Von der Scharte sind es noch gut 150 Höhenmeter bis zum Alpspitzgipfel.
Die Gehzeit zur Grießkarscharte beträgt mindestens 6 Stunden. Bei ungünstiger Witterung, unzureichender Kondition oder schlechten Verhältnissen kann sich die Begehungszeit auch auf 12 Stunden und mehr verlängern. Für den Abstieg von der Grießkarscharte sind je nach Ziel mindestens nochmals mindestens 2,5 Stunden einzuplanen. Übliche Ziele sind die Höllentalangerhütte im Höllental, die Osterfelderkopf-Seilbahn oder das Kreuzeckhaus. Setzt man die Tour von der Grießkarscharte noch bis zum Alpspitzgipfel fort, sind weitere zeitliche Reserven einzuplanen.
Bei entsprechender Witterung wird der Jubiläumsgrat von versierten Alpinisten auch im Winter begangen, erfordert dann aber oft ein Biwak.
Etwa in der Mitte des Jubiläumsgrates, zwischen Mittlerer- und Äußerer Höllentalspitze, befindet sich das Jubiläumsgrathüttl, eine unbewirtschaftete Schutzhütte (Biwakschachtel), die nur in Notfällen zur Übernachtung dient (Notlager für 4-8 Personen).
Der Jubiläumsgrat weist Stellen bis zum unteren dritten Schwierigkeitsgrad auf (III- nach UIAA-Skala). Durch zwei Bergstürze im Jahr 2001 an der Vollkarspitze hatten sich die klettertechnischen Schwierigkeiten dort deutlich erhöht; das schwierigste Stück ist inzwischen wieder durch ein Drahtseil und Trittklammern entschärft, erfordert jedoch großen Krafteinsatz.
Begeher müssen über absolute Schwindelfreiheit und Erfahrung im seilfreien Begehen von ausgesetzten Passagen verfügen. Der Grat ist zwischen Zugspitze und innerer Höllentalspitze teils nur einen halben Meter breit und bricht mehrere hundert Meter ins Höllental und zum Zugspitzplatt hin ab. Die konditionellen Anforderungen sind aufgrund der Länge des Grates hoch. Einige Stellen sind versichert, teils mit Stahlseilen, teils nur mit Haken zur Selbstsicherung. Im Sommer herrscht oft hohes Gewitterrisiko.
Vor der Grießkarscharte kann die Tour nur an einer Stelle vorzeitig über den Brunntalgrat-Steig abgebrochen werden. Dieser führt von der Inneren Höllentalspitze südwärts gegen den Brunntalkopf zur Knorrhütte (2052m). Er ist kaum weniger anspruchsvoll (I - II) als der Jubiläumsgrat selbst und muss frei abgeklettert werden.
Quelle:
Jubiläumsgrat auf Wikipedia [5]
Jubiläumsgrat - Eine Überdosis Berg - Bildbericht auf sueddeutsche.de [6]